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Künstliche Intelligenz gegen volle Abfalleimer
Seit September 2025 setzt unsere Spitalküche auf Kitro, ein KI-gesteuertes Messsystem für Lebensmittelabfälle. Das Ziel: Unsichtbares sichtbar machen und noch nachhaltiger werden.
Text: Sarah Buob

Die Verpflegung im Spital ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Tag für Tag werden zahlreiche Mahlzeiten produziert – abgestimmt auf unterschiedliche Diäten und strengste Hygiene. «Die Erwartungen ans Essen sind hoch», sagt Pascal Schwander, Leiter Services am Spital Uster. «Unsere Patientinnen und Patienten wünschen sich nicht nur gesunde Kost, die die Genesung unterstützt, sondern auch etwas fürs Gemüt. Mahlzeiten sind im Spitalalltag oft ein Höhepunkt.» Doch gerade bei Krankheit oder im Alter ist der Appetit oft gering. «Auch wenn wir die Portionsgrössen individuell anpassen, bleiben auf den Tellern Reste zurück», so Schwander.
United Against Waste
Aber nicht nur Tellerreste: Auch Rüstabfälle, Überproduktion und ungenutzte Zutaten landen in der Tonne und summieren sich zu beträchtlichen Mengen. Diese zu reduzieren, bedeutet, Ressourcen zu schonen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ein Thema, welches das Spital Uster ernst nimmt. «Wir sind Mitglied von United Against Waste», erklärt der Leiter Services. Der Verein ist ein Zusammenschluss der Schweizer Lebensmittelbranche, der sich aktiv für eine Reduzierung von Food Waste entlang der Wertschöpfungskette engagiert und zum Ziel hat, bis 2030 die Lebensmittelabfälle zu halbieren.
Smarter Helfer in der Küche
Um diesem Ziel näherzukommen, setzt das Spital Uster in der Küche seit September auf künstliche Intelligenz. «Wir haben neu ein voll automatisiertes Food-Waste-Tracking namens Kitro im Einsatz», so Schwander. Eine Waage und eine Kamera erfassen automatisch, was entsorgt wird, und leiten die Daten an ein Dashboard weiter. Dort werden Muster sichtbar: Welche Speisen landen besonders häufig im Abfall? An welchen Tagen fallen überdurchschnittlich viele Reste an?
Kitro wird Teil des Küchenalltags
«Das Projekt befindet sich in einer frühen Phase», betont Andreas Winterholler, Co-Leiter Küche. «Für die ersten Erkenntnisse benötigen wir noch etwas Zeit.» Vorerst gilt es, Kitro fix in den Küchenalltag zu integrieren, Daten zu sammeln und Abfall transparent zu machen. «Das Handling ist simpel», findet der Küchenchef: «Die Mitarbeitenden benötigen dazu keine Vorkenntnisse.» Die Abfalltonne, in der sämtliche Küchen- und Essensabfälle landen, steht neu auf der automatisierten Waage. Ein Zusatzaufwand entsteht für das Küchenteam nicht. Kitro integriert sich reibungslos in den Arbeitsablauf.
Von Daten zu Taten
Schwander und Winterholler erhoffen sich in einigen Monaten konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen. Dank der gewonnenen Transparenz kann das Küchenteam gezielt ansetzen – etwa bei der Planung von Rezepturen, bei den Portionsgrössen oder beim Einkauf. Die Daten dienen langfristig dazu, Lebensmittelabfälle Schritt für Schritt zu reduzieren und den Betrieb nachhaltiger auszurichten. Kitro vereint Effizienz und Verantwortung: Weniger Food Waste bedeutet weniger Entsorgungs- und Einkaufskosten, geringere CO2-Emissionen und einen respektvolleren Umgang mit Nahrungsmitteln.
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