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Zurück zu einer stabilen Körpermitte

Ein Eingriff mit dem «da Vinci»-Operationsroboter bringt bei einer Rektusdiastase die Stabilität in der Körpermitte zurück.

Text: Rebecca Blatter

D. G. leidet unter anhaltenden Beschwerden wie Kopfschmerzen, Rückenschmerzen und fehlender Rumpfstabilität. Die Ursache: eine Rektusdiastase infolge mehrerer Schwangerschaften. Ein Eingriff mit dem «da Vinci»-Operationsroboter bringt die Stabilität in der Körpermitte zurück.

Nach der Geburt ihres dritten Kindes merkt D. G.: Irgendetwas stimmt nicht mehr. Sie hat ständig Kopfschmerzen, kann kaum aufrecht sitzen und das Becken nicht mehr aktiv ansteuern. «Mein Bauch fühlte sich an wie ein Loch», erinnert sie sich. Zunächst erhält sie vom Hausarzt Schmerzmittel verschrieben – doch damit will sie sich nicht dauerhaft abfinden. Der entscheidende Hinweis kommt schliesslich von der Osteopathie-Therapeutin: Verdacht auf eine Rektusdiastase. Dabei weichen die geraden Bauchmuskeln in der Mitte des Bauches auseinander, häufig als Folge einer Schwangerschaft. Dadurch ist die Stütz- und Tragefunktion der Muskulatur eingeschränkt, was wiederum zu Beschwerden wie Rückenproblemen, Haltungsschwierigkeiten oder auch Kopfschmerzen führen kann.

Klare Diagnose

Die Verdachtsdiagnose bestätigt sich bei der Gynäkologin. Diese überweist D. G. ans Spital Uster. Der erste Termin bei der Chirurgin Dr. Julia Macinkovic erweist sich als Wendepunkt. «Ich habe mich sofort verstanden gefühlt und hatte den Eindruck, dass sie mir wirklich helfen will», erzählt D. G. Da das Bindegewebe zu schwach ist und sich die Bauchmuskeln nach den drei Schwangerschaften nicht mehr von selbst schliessen, wird ihr eine Operation empfohlen. Ziel ist es, die Muskulatur wieder zusammenzuführen und die Stabilität der Bauchwand nachhaltig wiederherzustellen. Für D. G. ist schnell klar: Das ist der richtige Weg.

Präzise und schonende Operation

Im Oktober 2024 erfolgt der Eingriff minimalinvasiv mit dem «da Vinci»-System. Bei dieser robotisch unterstützten Operation werden die Instrumente durch kleine Schnitte in den Bauchraum eingeführt und anschliessend durch die Roboterarme getragen. Damit wird das Gewebe möglichst wenig belastet. Auch für Operateurinnen und Operateure hat diese Methode Vorteile: Sie steuern die Instrumente sitzend an einer Konsole und sehen dank einer 3D-Kamera und 20-facher Vergrösserung Strukturen viel genauer. Damit kann noch präziser und schonender operiert werden als mit der herkömmlichen Schlüssellochtechnik. Dieser Nutzen zeigt sich unmittelbar bei der Genesungszeit von Patientinnen und Patienten, die meist kürzer ausfällt.

Zurück im Alltag

Die Operation verläuft komplikationslos. «Nach dem Eingriff war ich zwar müde und es fühlte sich an, als hätte ich im Bauchbereich einen starken Muskelkater», berichtet D. G. Schmerzen habe sie jedoch keine verspürt. Schon nach wenigen Tagen kann sie zu Hause wieder kleine Alltagstätigkeiten übernehmen. Vier Wochen Arbeitsunfähigkeit waren vorgesehen, aber die Genesung verläuft bemerkenswert schnell. Bereits nach zwei Wochen nimmt sie ihre Erwerbstätigkeit im Büro wieder auf. Heute erinnern nur noch vier verschwindend kleine Narben an die Operation. Anderthalb Jahre nach dem Eingriff sagt D. G.: «Ich bereue einzig, dass ich es nicht schon früher getan habe. Denn im Vergleich zu meinem Leidensweg war die Operation eine sehr kleine Sache.»

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