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Wenn Präzision auf Erfahrung trifft
Mit dem VELYS-Operationsroboter der Firma DePuy Synthes setzt das Spital Uster neue Massstäbe in der Kniechirurgie.
Sarah Buob

Knieoperation mit Operationsroboter Velys VRAS
Bereichsleiter Orthopädie Dr. Yaw Beatty-Jakobi erläutert im Interview die Vorteile dieser Technologie und ihren Nutzen für Patientinnen und Patienten.

Dr. Yaw Beatty-Jakobi
Bereichsleiter Orthopädie, Leitender Arzt Orthopädie
Facharzt für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates (FMH); Spezielle Schulter-, Ellbogenchirurgie (DVSE); Medizinischer Gutachter (SIM); Manuelle Medizin/Chirotherapie (DGMM)
Was bedeutet die roboterassistierte Knieprothetik für das Spital Uster?
Die Einführung des Knieroboters ist für uns ein wichtiger Meilenstein. Wir investieren damit in moderne Medizin und entwickeln unsere Kniechirurgie weiter – mit dem Ziel, die Behandlung für unsere Patientinnen und Patienten nachhaltig zu optimieren. Als erstes öffentliches Spital im Kanton Zürich bieten wir den VELYS-Operationsroboter ausserdem unabhängig vom Versicherungsstatus der zu behandelnden Personen an.
Wie unterscheidet sich die neue Technik von der herkömmlichen?
Knieprothesen implantierten wir schon lange vor der Robotik auf hohem Niveau. Entscheidend waren chirurgische Erfahrung, anatomisches Wissen und mechanische Ausrichthilfen. Beinachse, Schnitte und Bandspannung beurteilten und justierten wir im Operationssaal von Hand. Für die Planung nutzten wir vor allem Röntgenbilder und leiteten daraus einen zweidimensionalen Ausdruck ab, der als Schablone für Achsenausrichtung und Schnittführung diente. Heute ergänzt die robotische Assistenz dieses Vorgehen mit präzisen Messwerten in Echtzeit und erlaubt uns, die Planung während der Operation noch individueller anzupassen.
Manche Menschen stehen der Robotik skeptisch gegenüber. Was sagst du ihnen?
Es ist wichtig zu verstehen, dass der Roboter nicht selbst operiert. Er ist ein Assistenzsystem und damit ein zusätzliches Werkzeug für die Operateurin oder den Operateur. Ich vergleiche das gern mit einem modernen Auto: Es kann Sie mit Spurhalteassistent und Navigation unterstützen, Sie warnen oder korrigieren – aber fahren müssen Sie immer noch selbst. Genauso ist es im Operationssaal: Die Verantwortung liegt jederzeit bei uns. Die Technik liefert präzise Informationen und hilft, den geplanten Weg exakt umzusetzen, ersetzt aber weder Erfahrung noch die ärztliche Entscheidung.
Wie profitiert die Patientin oder der Patient von dieser Technik?
Vereinfacht gesagt: Mehr Präzision bedeutet meist ein natürlicheres Bewegungsgefühl, weniger Schmerzen und eine bessere Haltbarkeit und Langlebigkeit der Prothese. Jeder Mensch und jedes Knie sind anders. Die roboterassistierte Knieprothetik hilft uns, diese Individualität optimal zu berücksichtigen.
Dein persönliches Fazit?
Für mich ist die Einführung des Operationsroboters ein klares Bekenntnis zur Zukunft. Moderne Medizin ist ohne digitale Technologien heute kaum mehr denkbar – auch und gerade in der Chirurgie. Entscheidend ist dabei nicht die Technik an sich, sondern wie sinnvoll wir sie einsetzen. Als Spital wollen wir am Puls der Zeit bleiben und unseren Patientinnen und Patienten Behandlungen auf dem aktuellen Stand der Medizin anbieten. Der Operationsroboter ist dabei ein wichtiger Schritt – und ein Zeichen dafür, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln.
Der Operationsroboter VELYS VRAS
Die VELYS™ Robotic-Assisted Solution (VRAS) der Firma DePuy Synthes ist ein robotergestütztes System, das in der Kniechirurgie zur präzisen Implantation von Prothesen eingesetzt wird. Es unterstützt Chirurginnen und Chirurgen bei der Planung und Ausführung von Knochenschnitten in Echtzeit, was zu gewebeschonenderen Eingriffen, besserer Stabilität und schnellerer Genesung führt.